Schwerpunktmäßig forsche ich in den beiden Bereichen Soziologische Theorie und Politische Soziologie. Politiksoziologisch untersuche ich vor allem Vorgänge der Instituierung und Ausdifferenzierung demokratischer Praxis (zum Beispiel in Parlamenten) sowie Phänomene der politischen Regression (etwa entlang der Frage nach der Stellung des Rechtsradikalismus in Chemnitz). Außerdem bin ich der gesellschaftlichen Imagination des Politischen auf der Spur: Wie stellt sich Gesellschaft demokratische Politik (und insbesondere Politiker*innen) vor, wie muss sich demokratische Praxis darstellen, um als legitim zu gelten? Im engen Zusammenhang mit diesen politiksoziologischen Forschungsinteressen steht der sozialtheoretische Fokus auf Fragilität, Widersprüchlichkeit und Dialektik sozialer Ordnung. Was bringt einen gesellschaftlichen Status quo, der lange als unumstößlich wahrgenommen wurde, ins Wanken? Bei der Beantwortung dieser Frage gerät nicht vor allem das Verhalten bestimmter Akteure mit ihren Intentionen in den Blick, sondern gerade nicht-intendierte Nebenfolgen und dialektische – aus logischer Perspektive zunächst widersprüchlich bzw. paradox scheinende – Prozesse. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang auch der Analyse gesellschaftlicher und sozialtheoretischer (zum Beispiel explizit anti-essenzialistischer) Erkenntnispraktiken zu: Wie wird Wahrheit gesellschaftlich gedacht?