Wollte ich versuchen, möglichst kurz zu benennen, was mich in meiner Forschung fasziniert, so wäre das wohl: die Dialektik von Fixierung und Freisetzung gesellschaftlicher Wirklichkeit. Wie also manchmal gerade aus sozialen Bindungen Freiheitsgrade erwachsen und wie umgekehrt manchmal gerade aus dem Kampf für bestimmte Freiheiten neue Zwänge hervorgehen. Das bleibt aber erstmal noch sehr abstrakt.

Konkreter wird es vielleicht mit einem Blick auf  bisherige und aktuelle Gegenstände meiner Forschung – weiter unten sind daher kurze Zusammenfassungen meiner Forschungsvorhaben zu finden.

Deutlich wird, wenn man einen Blick auf diese Vorhaben wirft, dass ich mich vor allem für die Beschäftigung mit Politik, mit sozialen Beziehungen und mit Theorie – wissenschaftliche ebenso wie Alltagstheorien (etwa zur Politik) – begeistern kann. Für Politik, weil sie selbst die Einflussnahme auf gesellschaftliche Wirklichkeit zum Gegenstand hat. Für Beziehungen, weil hier besonders deutlich wird, dass Bindung Befreiung ebenso wie Zwang mit sich bringen kann. Und für Theorie, weil sie unsere Sicht auf die Wirklichkeit und damit die Wirklichkeit selbst maßgeblich beeinflusst.

Ich selbst bin dabei in meiner Arbeit von ganz unterschiedlichen Theorien geprägt – so war zum Beispiel die Luhmann’sche Systemtheorie für mich früh eine unschätzbar wichtige Denkschule,  Pierre Bourdieu und Hannah Arendt haben mein politisches Denken sehr weitergebracht, Bruno Latour ist immer gut für eine spannende Irritation, und in letzter Zeit denke ich hat Theodor Adorno mir wichtige Impulse gegeben. Passt alles irgendwie nicht zusammen? Mir egal, alles spannend.